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  • karinrogalska

STREIFLICHT: Honigbienen im Wald? (26. Oktober 2023)

Aktualisiert: 30. Okt. 2023


Kann die Honigbiene überhaupt noch ohne Menschen und Beuten?


Soeben ist eine höchst beeindruckende Veranstaltung zur Wiederbelebung der "Zeidlerei" in Polen zuende gegangen.


Zeidler ernteten in früheren Jahrhunderten Honig bei in Bäumen lebenden Bienenvölkern und waren auch Meister der Wachsgewinnung. Mit der Bewirtschaftung von Bienenvölkern in Beuten ist dieser einträgliche Berufsstand fast ausgestorben.


Heute gelten sich selbst überlassene Honigbienen nach konventionellem imkerlichem Verständnis als nicht bzw. nur in sehr geringem Masse überlebensfähig. Im Übrigen werden heute Städte und nicht etwa Wälder oder allzu ländliche Gegenden als vielfältigste Nahrungsquelle für Honigbienen angesehen.


Przemyslaw Nawrocki vom WWF Polen

berichtete über ein langjähriges Projekt zur Beobachtung wild lebender Honigbienen. Ist die sog. freie Bienenhaltung dazu geeignet, die Populationen dieser Insekten zu unterstützen und damit ihr Überleben zu fördern, so die spannende Ausgangsfrage.


Ertragsreiche Honigproduzenten sind diese Bienen nicht mehr, möglicherweise jedoch resistenter gegen den gefürchteten Schädling Varroamilbe. All das bedarf auch nach mehr als 15 Jahren noch höchst aufmerksamer Beobachtung.


Das Projekt in Polen ist von Art und Umfang her bisher weltweit einmalig und weist weit über reine Imker*innen-Interessen hinaus.


Kurzfristig bleibt zu hoffen, dass der Referent seine Beobachtungen, die er erstmals vor internationalem Publikum präsentierte, zumindest in einem Aufsatz zusammenfasst und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.


Ein herzliches Dankeschön an die Mannschaft der in Fribourg ansässigen "Free the bees", die diesen Abend ermöglicht hat.


Und bitte beachten: 2023 war ein für die meisten Imker*innen mehr als durchwachsenes Jahr. Es hat also seinen Grund, wenn Honig hochpreisig verkauft wird.


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